Freitag, 14. Dezember 2012

Weihnachten bei Familie Pünktchen




aus gegebenem Anlass hier, habe ich gedacht, dass unser Ritual und die Entstehung evtl. für andere Familien ein Anreiz sein könnte, ein ganz Eigenes zu finden ;-)

Unser Weihnachtsritual ist vor ca. 5 Jahren aus einer Not heraus entstanden (Achtung, langer Text):

Da wir eine ziemlich "chaotische" Familie sind, und immer alles auf den letzten Drücker machen (ich schwör mir jedes Jahr, dass ich es diesmal besser plane...) gerieten wir in diesem besagten Jahr ziemlich in Stress um rechtzeitig zum Familiengottesdienst in der Kirche zu sein. So richtig blöder Stress - mit Nörgelstimme und Gemecker :-(

Irgendwann hab ich dann die Notbremse gezogen, und gesagt "So, ab jetzt bitte in Ruhe - einfach bis wir so weit sind, dann machen wir einen Waldspaziergang, suchen uns eine schöne Stelle im Wald, nehmen Kerzen mit und lesen die Weihnachtsgeschichte selber (Neukirchener Kinderbibel)!
Der Gottesdienst in der übervollen Kirche war für unsere Kinder immer sehr anstrengend ... außerdem machte es für mich keinen Sinn, das Theater/die Hektik durchzuziehen, "nur" um in der Kirche zu sitzen - dadurch wird diese für die Kinder ja nur zu einem negativen Erlebnis an Weihnachten.

Gesagt-getan! Es war das erste Mal, dass ich das Gefühl hatte, dass bei den Kindern so richtig was angekommen ist, von dem, warum Weihnachten eigentlich gefeiert wird. So als wäre die Krippe da direkt bei uns gewesen, als wir zusammen Ihr Kinderlein kommet gesungen haben.

Seitdem freuen wir uns jedes Jahr in der Weihnachtszeit auf unsere eigene Weihnachtsgeschichte, an der sogar unser Hund teilnehmen kann :-)

Ich muss dazu erzählen, dass mein Vater Pfarrer ist und ich, später wir, immer zu "seinem" Familiengottesdienst in die Kirche gegangen sind - da kannten wir die Kinder, die beim Krippenspiel mitgemacht haben, konnten uns mit dem Ablauf identifizieren, ja haben uns wohl gefühlt, schließlich war das ja auch "meine" Kirche in der ich "groß geworden" bin.


Leider hat mein Papa dann, als Ronja noch ein Baby war, seine Stelle gewechselt und keine eigene Gemeinde mehr gehabt, so dass ich kirchenmäßig ziemlich heimatlos geworden bin. Wer weiß, ob ich den Weihnachtsgottesdienst in eine Waldweihnacht eingetauscht hätte, wenn mein Vater noch dort wäre...

Wir haben immer mal versucht, eine Bindung/Beziehung zu unserer im jeweiligen Wohnort befindlichen Kirche aufzubauen, aber ich tue mich da richtig schwer mit, und bisher ist da noch kein Funke übergesprungen :-( aber, vielleicht bin ich da auch sehr streng mit neuen Kirchen und Pastören und hätte halt am Liebsten immer meinen Vater auf der Kanzel stehen :-)

In Zukunft möchte ich viel stärker daran arbeiten, dass auch meine Kinder sich einer Gemeinde zugehörig fühlen können!

Ich wünsche Euch allen eine gesegnete Weihnachtszeit,

Alexandra

PS: und wieder sieht man, dass wenn eine Tür zugeht, woanders Neue aufgehen, ...
...wir haben die in den Wald gewählt :-)

1 Kommentar:

  1. Das hört sich aber toll an, eure Waldweihnacht. Für die Kinder (und auch euch) ist das sicher ein ganz besonderes Erlebnis.
    Meine Cousine möchte dieses Jahr mit Mann und Sohn in ihrer Scheune bei ihren Schafen Weihnachten feiern.
    Das ist bestimmt auch schön.
    Liebe Grüße, Tabea

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